Wappen


wappen 340Mit Schreiben vom 06. November 1968 der Generaldirektion der staatlichen Archive Bayerns wurde der Gemeinde Bischbrunn das Recht zur Führung eines eigenen Wappens und einer Fahne erteilt.

Die Beschreibung des Wappens lautet:

  • Gespalten von Silber und Rot
  • vorne ein aufrechter grüner Eichenzweig mit goldenen Eicheln
  • hinten ein silberner Ziehbrunnen mit goldener Kette und goldenem Eimer

Der Inhalt des Hoheitszeichens ist wie folgt zu begründen:

Zur Darstellung des Gemeindenamens Bischbrunn, der von der älteren Form Bischofsbrunnen abzuleiten ist, wurde ein Ziehbrunnen aufgenommen; die Farben Silber - Rot sind die des Mainzer Erzbischofs-Symboles. Sie erinnern an die frühere Zugehörigkeit zum Kurstaat Mainz. Der Eichenzweig in der vorderen Schildhälfte dokumentiert die geographische Lage der Gemeinde im Spessart; der Ort entstand als Rodungssiedlung im Spätmittelalter.

Die Gemeinde kann auch eine eigene Fahne annehmen, deren Ausführung die Wappenfarben maßgebend sind. Die Figurenfarben gehen den Feldfarben vor; eine Fahne mit drei Streifen ist daher in der Farbfolge Weiß - Grün - Gelb auszuführen. Der Fahne kann auch das Gemeindewappen aufgelegt werden.

Die frühere Gemeinde Oberndorf besaß kein eigenes Wappen und keine Fahne. Nach dem Zusammenschluss der Gemeinden Bischbrunn und Oberndorf am 1. Mai 1978 zur Gemeinde Bischbrunn wurde das Bischbrunner Wappen für die neu gebildete Gemeinde Bischbrunn durch Beschluss des Gemeinderates und mit Zustimmung der Regierung von Unterfranken übernommen.

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Schriften

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Rechtlerholz


Das Recht zum Bezuge des Ur- und Leseholzes

Unter der Berechtigung zum Ur- und Leseholz wird die Befugnis...holz

  • zur unentgeldlichen Nutzung des von der Natur ausgeschiedenen,
  • zu Boden liegenden, dürren Ast- und Gipfelholzes,
  • dann faulen, nicht keilhaltigen Stämmen und Stammteilen,
  • ferner der noch stehenden, ganz abgestorbenen Stangen von
  • höchstens 3 Dezimalzoll im Durchmesser oder 10 Dezimalzoll im Unfang,
  • ein und einen halben Schuh über dem Boden gemessen, 

...verstanden.

Die Nutzung geschieht...

  • in den offenen Waldungen
  • während des ganzen Jahres,
  • mit Ausnahme der Waldschlusszeit,
  • nämlich mit Ausnahme der Zeit vom 1. Mai bis zum 31. Juli,
  • am Dienstag und am Freitag.

Das Recht zum Bezug des Oberholzes

Unter der Berechtigung zum Oberholz wird das Recht verstanden, das bei den regelmäßigen Holzhieben und bei seinen Kultur-reinigungen und Durchforstungen, welche den Umfang von Holzhieben annehmen, das sich von Laub- und Nadelholz ergebende Stangen- und Reisigholz unentgeltlich insoweit sich anzueignen, als solches sich nicht als zu Scheit-, Prügel- ode Kohlholz (Astholz) in die Klafter und nicht zu Nutz- und Bauholz eignet. Der Staat wird übrigens sich nur jenes Holz aneignen, welches die Klafterlänge (3 Schuh) und im mittleren Durchmesser 1 ½ Dezimalzoll hat.

Nach Vollendung der Holzhiebe ist dies den Gemeinden bekanntzumachen, unter Feststetzung einer Frist von 3 Wocheen, innerhalb derer das Holz an den bestimmten Holztagen aus den Schlägen zu schaffen ist.

Das Recht zum Bezug des Stockholzes

Unter der Berechtigung zum Stockholz wird die Befugnis verstanden, das dürre Stockholz in den offenen Waldorten während des ganzen Jahres mit Ausnahme der Waldschlusszeit vom 1. Mai bis 31. Juli an den bezeichneten Wochentagen unter Zuhilfenahme der erforderlichen Werkzeuge unentgeldlich sich anzueignen. Die Ausgrabung der Stücke hat in einer Art zu geschehen, die ohne Nachteil für den Wald ist.

Das Recht zum Bezug des Windfall-, Schneedruck- und Eisbrucholzes

Unter der Berechtigung zum Bezug des Windfall-, Schnee- und Eisdruckholzes wird das Recht verstanden, das durch den Wind oder infolge von Schnee- und Eisdruck sich ergebende Stangen-, Ober- und sonstiges Holz unentgeldlich insoweit sich anzueignen, als solches sich nicht zu Scheid-, Prügel- und Astholz in die Klafter und nicht zu Bau- und Nutzholz eignet. Hier gilt namentlich, was von Länge und Dicke beim Oberholz gesagt ist. Auch an vereinzelten Windfällen, Schnee- und Eisbrüchen, bleibt das Bau- und Nutzholz dem königlichen Aerare unter allen Umständen vorbehalten, das übrige Holz eines solchenvereinzelten d.h. über 150 Schritt (=100 m) von einem anderen entfernten Windfall, Windbruch, Schnneee- und Eisdruck wird dem Berechtigten überlassen, wenn solches weiniger als ½ Klafter liefert.

Das Recht zum Bezug des Bauholzes

Unter der Berechtigung zum Bezug des Bauholzes wird das Recht verstanden, aus den nächsten Revieren der Staatswaldungen, wo dergleichen vorkommt, sowohl zu Neubauten, als zu Reparaturen, das benötigte Bauholz, und zwar sofern solches vorhanden ist und gewünscht wird, zu beziehen. Eichenholz wird gegen die jeweilige Forsttaxe angesprochen.

Ergänzungen:

  1. Umrechnungstabellen:
    1 Schuh = 0,2918 m
    1 Fuß = 10 Dezimalzoll = 0,291859 m
    1 Zoll = 0,0291859 m oder 2,91859 cm = 1 Dezimalzoll
    1 Klafter = 3 Ster = 3 Raummeter

  2. Die Spessartrechte sind Bedarfsrechte. Sie stehen laut den Spessartvergleichen allen Gemeindeangehörigen der berechtigten Gemeinden zu.

  3. Die Oberholznutzung ist auch an Samstagen widerrechtlich gestattet.

  4. Für die Nutzung des Oberholzes ist auch der Einsatz von Motorsägen widerrechtlich gestattet.

  5. Die Rechtler werden gebeten, sich mit ihren Rechten vertraut zu machen und diese auch gegenüber der Staatsforstverwaltung zu vertreten.

  6. Bei Streitigkeiten und Unklarheiten können sich die Rechtler an die Gemeindeverwaltung Bischbrunn wenden oder an den Spessartrechtlerverband. Hier erhält man Hilfe und Auskünfte.

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Ortssagen


Gründersage Bischbrunn

OrtssagenAm Fuße des Geyersberges, der höchsten Höhe des Spessartwaldes, zog von Alters her der Hauptverkehrsweg zwischen Aschaffenburg und Marktheidenfeld. Die Mainzer Bischöfe, einst Besitzer des Spessarts, pflegten hier oben nicht nur die Jagd auf Rot- und Schwarzwild, sondern passierten diesen Weg auch auf Reisen nach dem benachbarten Würzburg.

Bei einer solchen Gelegenheit war es, dass auf diesem ungastlichen Weg, man traf damals stundenlang hier keine menschliche Ansiedlung, dem Gefolge des Bischofs die Getränke ausgingen. Die Reise war beschwerlich und beim Abstieg vom Geyersberg machte sich die Mittagssonne, die hell vom blauen Himmel niederschien, durch Erregung allgemeinen Durstgefühls bemerkbar. Auch der Bischof wünschte einen frischen Trunk.

Da fand ein waldeskundiger Diener unfern der Strasse, halbwegs zwischen dem heutigen Torhaus Aurora und Strasslücke einen frisch sprudelnden Quell. Er füllte den Becher und reichte den ersten Trunk dem Bischof. Dieser kostete das erfrischende Nass, gab dem Diener den Becher zurück und befahl hochbefriedigt, dass man die Quelle fortan den Bischofsbrunnen nenne. Unterhalb desselben erhob sich bald ein Forsthaus und an dasselbe schloss sich nach und nach eine Ansiedlung an, die den gleichen Namen, nur abgekürzt, Bischbrunn, führt.

Wie Oberndorf um seinen Wald kam

In einem Unwetterjahre, als nur geringe Feldfrucht erstanden war und die Oberndorfer vor lauter Not und Elend nicht mehr ein noch aus wussten, die Herren aber dennoch nach dem Zehnten schrien und mit Rug und Aberrug drohten, in diesem Notjahre wußten sich die armen Oberndorfer Bauern nicht mehr anders zu helfen, als dass sie zu ihren reichen Nachbarn rübergingen, zu Klostermönchen, die am Ort des heutigen Baumgartshofes wohnten. Dort baten sie, man möge ihnen Geld borgen um Christi Blut und aller Heiligen willen, sie müssten ansonsten verkommen mit Weib und Kind.

Die Mönche waren rasch bei der Hand und setzten eine Urkunde auf, darin hiess es, dass die Oberndorfer Bauern ihre Schuld samt dem Zins an dem und dem Tag wieder zurückzahlen müssten, genau mit dem Mittagsglockenschlag müsse das Geld zählbar ausgebreitet auf dem Tisch der grossen Klosterstube liegen und keinen Augenblick späer, sonst wäre der Wald der Oberndorfer, den die Mönche zum Pfand nahmen, verfallen mit Baum und Reis und allem Jagdgetier darin. Des waren die Bauern, die sich vorgenommen hatten, pünktlich und recht zu zahlen, wohl zufrieden, und sie waren froh, ihrer Not eine Zeit ledig zu sein.

Am Fälligkeitstage machten sie sich beizeiten auf den Weg zu den Mönchen, um ihre Schuld samt dem Zins heinzuzahlen. Dazu habe es noch Zeit, meinten die Mönche. "Setzt euch zu uns in den Saal, wir wollen tafeln und trinken, da ist der Lohn für eure Redlichkeit." Indes sie nun sassen, aßen und tranken, war den Bauern nicht wohl zu Mute und sie wollten ihr Geld ausbreiten und vorzählen; aber das liessen die Mönche nicht zu, hielten die Bauern mit schönen und schmeichlerischen Reden vom Zahlen ab und fafür fleissig zum Trinken an.

Das schlug's im Klosterhof zwölf Uhr. "Versäumt!" schrien die listen Mönche, "versäumt! Wisst ihr nicht, was im Vertrag steht?" Da stammelten die verdutzten Bauern, dass es ja die Mönche selber gewesen seien, die ihnen gesagt hätten, das ginge alles nicht so genau. Aber dies half den Bauern nichts: Die Mönche blieben dabei, dass die Zeit versäumt wäre, und die Oberndorfer mussten ihren Wald dem Kloster lassen; der war vielhundertmal mehr wert, als das bisschen geborgte Geld.

Den Mönchen ist ihre List nicht zum Guten geraten. Sie sind in einem Krieg um ihr Hab und Gut gekommen. Von ihrem Walten und Wirken weiss heute nur noch die Erinnerung. Die Oberndorfer aber haben ihren Wald nicht wiederbekommen.

Anmerkungen

SagenSagen aus dem Spessart gibt es viele. Zahlreiche Schriften, Broschüren und Bücher beschäftigen sich mit ihnen. Auch in Bischbrunn und Oberndorf wurden und werden zahlreiche Sagen weitergegeben.

Die obigen Ortssagen wurden aus der Heimatkundlichen Schriftenreihe Bd. I entnommen.

Herausgeber:

Heimat- und Wanderfreunde e.V. Bischbrunn-Oberndorf

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