Weihersgrund

Info

karteDas Naturschutzgebiet "Weihersgrund" liegt ca. 4 km nördlich von Bischbrunn am Oberlauf des Heinrichsbaches, eines Nebengewässers der in den Main führenden Hafenlohr. Das Tal liegt etwa 370 m über NN, während die umliegenden Höhen mit dem Geiersberg bis auf 586 m ansteigen.

Die Buntsandstein-Hänge des Spessart liefern bei ihrer Verwitterung sandige, sehr basenarme Sedimente, welche die Talräume - wie zum Beispiel den "Weihersgrund" - auffüllen. Dadurch kommt es zur Ausbildung stark saurer Böden.

Die Talsohle des "Weihersgrundes" liegt etwa in Höhe der Grundwasseroberfläche. Das führt an mehreren Stellen zu Quellaustritten. Das Wasser ist klar und unbelastet. Zur Trinkwassergewinnung sind im Naturschutzgebiet drei Brunnen angelegt.

Je nach Abstand zur Grundwasserlinie kommt es im Talgrund zur Ausbildung nasser, zum Teil anmooriger Gley-Böden in Bachnähe bis hin zu trockeneren Braunerden am Hangfuß.

Die Mähwiesen-Nutzung im "Weihersgrund" ist alt. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war Dünger knapp und kostbar. Alle verfügbaren Nährstoffe wurden auf den Äckern ausgebracht. Das Grünland - insbesondere in den ortsfernen Waldtälern - wurde nur selten mit etwas Mist gedüngt.

Ab etwa 1860 war die Wässerwiesen-Kultur im Spessart verbreitet. So wurden auch im "Weihersgrund" Wässerwiesen angelegt, die bis in die 50er Jahre noch genutzt wurden.

arnikaStrukturwandlungen in der Landwirtschaft führten dazu, dass in den 70er Jahren die Nutzung der Waldwiesen unrentabel wurde. Viele Flächen wurden nicht mehr gemäht und die Bewässerungsanlagen nicht mehr gepflegt, wodurch der Talboden des "Weihersgrundes" zunehmend verbrachte. Durch die beginnende Verbuschung bestand die Gefahr, dass schutzbedürftige Pflanzen ihren Lebensraum verlieren.

Um dies zu verhindern, werden heute im Auftrag der Naturschutzbehörden regelmäßig Landschaftpflege-Maßnahmen, wie Entbuschung und Mahd, durchgeführt.

Aufgrund der standörtlichen Gegebenheiten un der Nutzungsgeschichte ist heute im "Weihersgrund" ein buntes Vegetationsmosaik zu beobachten. An trockenen und sehr mageren Stellen wachsen Borstgrasrasen. Bessere Nährstoffversorgung und regelmäßige Mahd führen zur Ausbildung von so genannten Glatthaferwiesen. Bei zunehmender Vernässung treten verschiedene Feucht- und Nasswiesen wie Sumpfkratzdistelwiesen, Waldsimsen- oder Binsen-Wiesen auf.

Ist der Standort langfristig von Grund- oder Quellwasser durchnässt, so bilden sich Flachmoore und Quellsümpfe aus, in denen verschiedene Seggen, Moospolster und Wollgras das Bild bestimmen. Hier ist gelegentlich der Feuersalamander zu beobachten.

knabenkrautDie extrem mageren Standortverhältnisse im "Weihersgrund" bieten Lebensraum für Pflanzenarten, die aufgrund der heute allgegenwärtigen hohen Nährstoffversorgung und intensiven Nutzung (Standweide) selten geworden und in ihrem Überleben bedroht sind.

Hier wachsen die in Bayern gefährdeten Arten Arnika (Arnica montana), Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis), Kriech-Weide (Salix repens) und Wald-Läusekraut (Pedicularis sylvatica).

In den wertvollen Vermoorungen ist neben dem Rundblättrigen Sonnentau (Drosera rotundifolia) als Kostbarkeit auch der ebenso gefährdete Mittlere Sonnentau (Drosera intermedia) anzutreffen, den es in Unterfranken nur hier gibt. Als weitere Besonderheit ist das Vorkommen des vom Aussterben bedrohten Knöterich-Laichkrautes (Potamogeton polygonifolius) herauszustellen. Der "Weihersgrund" ist einer von drei Fundorten dieser Art in Unterfranken.

Das Proeujekt "NSG Weihersgrund" wurde von der Europäischen Union kofinanziert.

Bildergalerie

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