Naturführung am Nächsterbrunn

Naturführung zum Kleinod Bischbrunner Gemeindewiese Bischbrunn.

Zur  "Naturpark-Wiese des Jahres" führte Christian Solomon in einer gemeinsamen Veranstaltung des Naturparks Spessart mit der VHS-Lohr-Gemünden. Auf der Bischbrunner Gemeindewiese am Nächsterbrunn findet man dank Vertragsnaturschutz eine außergewöhnliche Artenvielfalt und besondere botanische Schätze. Die rund 15-köpfige Gruppe folgte Christian Salomon quer über die Wiese. Entscheidend für den Artenreichtum einer Wiese ist vor allem der Landwirt, wie Salomon betonte. Er ist beruflich als Gebietsbetreuer für Grünland im Naturpark Spessart tätig. In einem willkürlich gewählten Quadratmeter Wiese fand er über 20 verschiedene Pflanzen. Je nach Standort kämen in einem anderen Quadratmeter andere hinzu. Insgesamt seien weit über 100 Arten auf der Gemeindewiese vertreten. Solche Wiesen seien von ihrer Vielfalt praktisch der tropische Regenwald des Spessarts, verdeutlichte Salomon den Teilnehmern, unter denen sich auch Bischbrunns Bürgermeisterin Agnes Engelhardt befand. Diese brach eine Lanze für die Förderprogramme. Nur mit ihnen könnten die Landwirte wirtschaftlich arbeiten und so ihren Dienst für die Gesellschaft verrichten. Salomon stimmte ihr zu und forderte eine möglichst kleinräumige Nutzung der Landschaft. Fatal sei auch, wenn alle zum gleichen Zeitpunkt mähen, denn dann verschwänden großflächig zum selben Zeitpunkt Unterschlupf und Nahrungsquelle für Insekten und Vögel. Wichtig sei auch, dass Landwirte und Naturschutz miteinander sprechen. Der Botanische Superstar der Gemeindewiese ist für den Naturschützer aber die Kugelige Teufelskralle. Das Gewächs mit der tiefblauen Blüte gibt es im Spessart nur noch auf zwei Wiesen in Bischbrunn, die beide Landwirt Bauer bewirtschaftet. Dieser bespricht mit Salomon den Mähzeitpunkt und lässt auch Inseln auf der Wiese stehen, die ihm der Naturschützer vorher kennzeichnet. Die Gemeindeweise am Nächsterbrunn sei so artenreich, dass man dieses Jahr mit einem speziellen Gerät, das den Pflanzen nicht schadet, Samen abbürsten und sammeln werde. Die Samen würden dann im nahe gelegenen Naturschutzgebiet Weihersgrund ausgebracht, das artenärmer als die Gemeindewiese sei. Zum Abschluss der informativen und unterhaltsamen Wanderung dankte Salomon Landwirt Andreas Bauer, der das Kleinod Gemeindewiese am Nächsterbrunn durch seine angepasste Wirtschaftsweise erhält.

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